Schungit Faktencheck 2026: Shungite Kategorien klar erklärt | Krobath

Faktencheck Schungit 2026: Welche Aussagen kursieren im Internet?

Dieser Artikel ordnet verbreitete Aussagen zu Schungit fachlich ein und grenzt überprüfbare Daten von spekulativen Behauptungen ab.

Als Heilpraktiker mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Umgang mit Schungit begleite ich seit 2003 Anwender, Händler und Interessierte. Meine Expertise stützt sich auf praktische Anwendung, Labormessungen und den Austausch mit Forschern. Ziel ist es, Klarheit über Schungit Typ II und Edelschungit Typ I zu schaffen – sachlich, nüchtern und nachvollziehbar.

Ziel dieses Faktenchecks: Ich habe wörtliche Aussagen aus dem Internet gesammelt und diese überprüfbaren Messmethoden sowie veröffentlichten Studien gegenübergestellt. Der Fokus liegt auf der fachlichen Einordnung auf Basis aktueller Forschung aus den Bereichen:

  • Fulleren-Nachweis mittels Raman-Spektroskopie
  • EMR-Messungen unter definierten Laborbedingungen
  • Material- und Qualitätsunterschiede zwischen Typ I und Typ II

Was Schungit ist – in 4 Sätzen

Schungit ist ein kohlenstoffhaltiges Gestein aus Karelien (Russland), wo es in der Nähe des Ortes Shunga abgebaut wird. Es besteht aus einer amorphen Kohlenstoffmatrix mit nanoskaligen Fullerene-Strukturen (hohle, kugelförmige Moleküle aus je 60 bzw. 70 Kohlenstoffatomen, C60/C70). Edelschungit Typ I zeichnet sich durch besonders hohen Kohlenstoffgehalt (ca. 74–98 %) und messbare physikalische Eigenschaften aus; der Anteil an C60/C70-Fullerenen liegt dabei bei etwa 0,1 %. Typ II Schungit ist verbreiteter, zeigt ähnliche Struktur, hat aber geringeren Kohlenstoffgehalt (ca. 35–74 %). International wird der Schungit als “Shungite I–IV” bezeichnet.

schungit vs edelschungit effekte - wirkung

Einordnung verbreiteter Aussagen: Beispiele aus dem Internet

# Wörtliches Zitat Fachliche Einordnung (Stand: Januar 2026) Quelle
1 „Eine exakte Zählung der Fullerene ist derzeit nicht möglich […]“(1) In der Materialforschung werden Fullerene in bestimmten Kohlenstoffstrukturen mittels Raman-Spektroskopie nachgewiesen und quantifiziert. Aussagen über eine grundsätzliche „Unmöglichkeit“ beziehen sich meist auf fehlende Messtechnik oder nicht geeignete Proben. (1)
2 „[…] besteht er bis zu 10 % aus Fullerenen“(2) Der hohe Gesamtkohlenstoffgehalt von Edelschungit Typ I ist gut dokumentiert (ca. 74–98 %). Der tatsächliche Anteil an C60/C70-Fullerenen liegt deutlich unter 0,1 %. Prozentangaben im zweistelligen Bereich sind wissenschaftlich nicht belegt. (2)
3 „Schungit hilft, schwierige Zeiten zu meistern […]“(3) Schungit besteht aus amorpher Kohlenstoffmatrix mit nanostrukturierten Kohlenstoffformen. Untersucht werden u. a. Wechselwirkungen mit oxidativen Prozessen. Aussagen zu emotionalem Wohlbefinden sind interpretationsabhängig und nicht als medizinische Wirkversprechen zu verstehen. (3)
4 „[…] schützt uns vor 5G“(4) Studien zeigen, dass bestimmte Kohlenstoffmaterialien physikalische Wechselwirkungen mit elektromagnetischen Feldern aufweisen können. Gemessen wurden EMR-Reduktionen von ca. 30–50 % bei Edelschungit Typ I. Spezifische 5G-Messungen wurden nicht durchgeführt; entsprechende Aussagen sind spekulativ. (4)
5 „[…] Steine, die vor Elektrosmog schützen sollen“(5) Laboruntersuchungen berichten über messbare Veränderungen elektromagnetischer Feldstärken in definierten Testaufbauten. Diese Ergebnisse ersetzen keine technischen oder medizinischen Schutzmaßnahmen. (5)
6 „Peter der Große ließ ein Heilbad errichten“(6) Für diese Erzählung existieren keine gesicherten Primärquellen. Chemisch untersucht wurden lediglich Effekte auf Redoxpotentiale von Wasser unter Laborbedingungen. Weitere Hinweise siehe Box oben. (6)
7 „[…] bis zu 10 % Fullerene […]“(7) Der Kohlenstoffgehalt von Edelschungit Typ I liegt bei 75-98%. Der Anteil an C60/C70-Fullerenen bei etwa 0,1 %. Aussagen zu Vitalität sind subjektiv. (7)
8 „[…] monatlich energetisch aufladen“(8) Die Qualität von Schungit wird durch Herkunft und Materialstruktur bestimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Schungit keine „Aufladung“ im esoterischen Sinne besitzt; eine energetische Aufladung ist daher nicht notwendig. Eine einfache Reinigung mit Wasser reicht aus, um den Stein zu pflegen. (8)
9 „Grauer Schungit – Die preiswerte Variante. Grauer Schungit ist ein vielseitiges und preiswertes Mineral,….. und Edelschungit Schwarz Hoch, 100% natürlicher Schungit“(9) Einordnung: Die Bezeichnung “Grauer Schungit” existiert nicht offiziell – diese Aussage bezieht sich vermutlich auf Typ III mit sehr geringem Kohlenstoffgehalt (ca. 20–34 %), der in der Regel nicht weiterverarbeitet wird (oft nur in China oder Indien). In Karelien dient Typ III als Baumaterial bzw. Abfallprodukt. Edelschungit (Typ I) weist einen Kohlenstoffgehalt von ca. 74–98 % auf. Aussagen wie „100% natürlicher Schungit“ sind irreführend, da es klar definierte Typen/Kategorien gibt; entscheidend für Wirkung und Qualität sind Kohlenstoffanteil, Struktur und Herkunft. (9)

Wissenschaftliche Studien und Nachweise

Die Einordnungen basieren auf veröffentlichten Messdaten und Fachliteratur. Vertiefende Studien, Analysen und Erläuterungen finden Sie auf unserer zentralen Übersichtsseite:

Hinweis zu den Internetzitaten

Die aufgeführten Aussagen stammen aus öffentlich zugänglichen deutschsprachigen Informations- und Verkaufsseiten rund um Schungit ((1) schungit.com, (2) schungit-energiesteine.de, (3) marcoschreier.com, (4) gesundheitstrainer.at, (5) steinwelten.at, (6) kehuna.at/Schungit, (7) stonesandspirit.at, (8) schungit-welt.com, (9) steinedergezeiten.de). Die Auswahl dient ausschließlich der sachlichen Einordnung häufig zitierter Aussagen im deutschsprachigen Raum. Sie stellt weder eine Bewertung einzelner Anbieter dar noch erhebt sie Anspruch auf Vollständigkeit.

Was dieser Artikel ausdrücklich nicht verspricht

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung, Heilbehandlung oder esoterische Anwendung. Schungit wird hier ausschließlich auf Basis wissenschaftlich belegbarer physikalischer Eigenschaften und nachprüfbarer Laborergebnisse dargestellt. Aussagen zu emotionalem Wohlbefinden, Vitalität oder Schutz vor Krankheiten werden nicht gemacht.

Einordnung aus über 20 Jahren Praxis- und Anwendungserfahrung

Nach mehr als zwei Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit Schungit und Edelschungit – sowohl in der praktischen Anwendung als auch im Austausch mit Anwendern, Händlern und Forschern – zeigt sich ein klares Muster: Nicht der Stein selbst ist das Problem, sondern die Erwartungen, die durch ungenaue oder überzogene Aussagen entstehen. Schungit ist kein esoterisches Wundermittel, sondern ein außergewöhnliches kohlenstoffbasiertes Naturmaterial mit messbaren physikalischen Eigenschaften. Diese zeigen sich vor allem dort, wo Qualität, Herkunft und Materialstruktur stimmen.

Insbesondere bei Edelschungit Typ I sind Unterschiede im Kohlenstoffgehalt, in der inneren Struktur und in der Laboranalytik entscheidend – Aspekte, die in vielen populären Texten nur verkürzt oder missverständlich dargestellt werden. Enttäuschungen entstehen meist, wenn Begriffe wie „10 % Fullerene“, „universeller Schutz“ oder „energetische Aufladung“ ungeprüft übernommen werden. Dieser Faktencheck versteht sich nicht als Gegenposition zu persönlichen Erfahrungen, sondern als sachliche Ergänzung, um Schungit Typ II und Edelschungit Typ I nüchtern einzuordnen und den Blick auf überprüfbare Daten zu lenken. Langfristiges Vertrauen entsteht dort, wo Erfahrung, Messbarkeit und transparente Information zusammenkommen.

„Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an einen Facharzt oder Heilpraktiker.“

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