Kann Schungit Wasser tatsächlich reinigen?
Kurzantwort: Schungit besitzt nachweisbare sorptive Eigenschaften und kann unter kontrollierten Laborbedingungen bestimmte Schadstoffe reduzieren. Eine normierte, zertifizierte oder behördlich zugelassene Trinkwasserreinigung durch lose eingelegten Schungit ist jedoch derzeit nicht wissenschaftlich belegt. Schungit ersetzt keine geprüften Wasserfiltersysteme.
Autor: Andreas Krobath – beschäftigt sich seit 2003 mit Schungit, Fachautor und Betreiber von Edelschungit.eu.
Transparenzhinweis: Die Bewertung erfolgt unabhängig auf Grundlage veröffentlichter Studien und materialwissenschaftlicher Literatur.
Einordnung: Was bedeutet „Wasser reinigen“?
Im technischen Sinn bedeutet Wasserreinigung die definierte Reduktion von Schadstoffen nach überprüfbaren Normen (z. B. Trinkwasserverordnung, Filterzertifizierungen). Zertifizierte Filtersysteme – etwa auf Basis von Aktivkohle, Umkehrosmose oder Ionenaustausch – besitzen standardisierte Leistungsangaben.
Bei Schungit handelt es sich hingegen um ein natürliches Gestein ohne offizielle Filterzulassung oder normierte Leistungskennwerte.
Materialeigenschaften von Schungit
Schungit ist ein kohlenstoffreiches Gestein aus Karelien (Russland). Hochwertiger Edelschungit (Typ I) enthält einen sehr hohen Kohlenstoffanteil. In wissenschaftlichen Analysen wurden darin Fullerene nachgewiesen – spezielle Kohlenstoffstrukturen mit interessanten materialwissenschaftlichen Eigenschaften.
Entscheidend ist jedoch nicht allein das Vorhandensein von Fullerenen, sondern ob daraus unter praxisnahen Bedingungen eine reproduzierbare Trinkwasseraufbereitung resultiert.

Wie wirkt Schungit theoretisch?
Die diskutierte Reinigungswirkung basiert auf Adsorption. Dabei lagern sich bestimmte Moleküle oder Ionen an einer Oberfläche an. Dieses Prinzip wird technisch bei Aktivkohle genutzt.
Im Unterschied zu industriell hergestellter Aktivkohle besitzt Schungit jedoch keine standardisierte poröse Struktur mit definierten Leistungswerten.
Studienlage zur Wasserreinigung mit Schungit
| Untersuchungsbereich | Beobachtungen in Studien | Einordnung |
|---|---|---|
| Schwermetalle | Reduktionsraten bis zu 95 % unter definierten Laborbedingungen (2025) | Keine normierte Haushalts-Filterleistung belegt |
| Organische Schadstoffe | Teilweise deutliche Reduktion; Hinweise auf katalytische Prozesse | Ergebnisse aus Testsystemen, nicht aus Karaffenanwendung |
| Öl- und Chlorverbindungen | Hohe Adsorptionsleistung in Filtersäulen | Keine behördliche Trinkwasserzertifizierung |
| Mikroorganismen | In Laborstudien, antivirale oder antibakterielle Wirkung | Kein Ersatz für hygienische Wasseraufbereitung |
Rechtlicher Rahmen: Trinkwasserqualität in der EU, Österreich und Deutschland
Die Qualität von Trinkwasser für den menschlichen Gebrauch ist in der Europäischen Union durch die
EU-Trinkwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2020/2184)
geregelt.
Diese Richtlinie legt europaweit verbindliche Mindestanforderungen an die Wasserqualität fest und verpflichtet die Mitgliedstaaten zur nationalen Umsetzung.
In Österreich erfolgt die Umsetzung über die Trinkwasserverordnung.
In Deutschland regelt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) die zulässigen Grenzwerte für chemische, physikalische und mikrobiologische Parameter.
Zu den besonders relevanten chemischen Grenzwerten zählen unter anderem:
- Blei: 0,005 mg/l (verbindlich ab 2028)
- Kupfer: 2,0 mg/l
- Chrom: 0,025 mg/l (ab 01/2030)
- Nickel: 0,020 mg/l
Solche Metalle können beispielsweise aus älteren Hausinstallationen (z. B. Blei- oder Kupferrohren) in das Trinkwasser übergehen.
Die Einhaltung dieser Grenzwerte wird durch behördliche Kontrollen und Wasseranalysen überwacht.
Vor diesem regulatorischen Hintergrund ist bei jeder Form der Wasseraufbereitung entscheidend zu unterscheiden, ob ein Verfahren offiziell geprüft und zertifiziert ist oder ob es sich – wie bei lose eingelegtem Schungit – um eine nicht normierte, private Anwendung handelt.
Studie 2025 (Peer-Review)
Optimization of water purification using shungite: development of a metric approach for quantitative characterization of cleaning efficiency.
International Journal of Environmental Science and Technology – 2025. (Quelle: DOI: 10.1007/s13762-025-06837-z). Für mehr Details zu dieser und anderen Studien zu Schungit und Schungit Adsorption – Siehe Studien Seite, klick auf Link
In dieser Untersuchung wurde ein metrischer Ansatz zur quantitativen Bewertung der Reinigungsleistung entwickelt. Getestet wurden stationäre und dynamische Filtersysteme mit teils stark erhöhten Schadstoffkonzentrationen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Schungit unter kontrollierten technischen Bedingungen hohe Reduktionsraten erreichen kann. Die Studie stellt jedoch keine behördliche Trinkwasserzertifizierung dar und untersucht keine lose Karaffenanwendung im privaten Haushalt.
Was bedeutet das für Verbraucher?
- Schungit besitzt nachweisbare sorptive Eigenschaften.
- Die dokumentierte Wirksamkeit basiert auf kontrollierten Testbedingungen.
- Eine normierte oder garantierte Haushalts-Filterleistung existiert nicht.
- Schungit ist kein offiziell zugelassenes Trinkwasserfiltersystem.
Eine weitere Studie (Quelle: Studie DOI – 10.3390/antiox10071121) zeigt im Labor, dass Schungit antioxidative Eigenschaften besitzt, insbesondere die Fähigkeit, freie Radikale zu binden und oxidierte Komponenten zu reduzieren. (Alle Details dazu im Menüpunkt “Studien”)
Sicherheitshinweis
Schungit sollte ausschließlich mit bereits trinkbarem Ausgangswasser verwendet werden. Er ist nicht geeignet zur Aufbereitung mikrobiologisch belasteten Wassers oder als Ersatz für geprüfte Filtersysteme gemäß Trinkwasserverordnung.
Fazit
Die aktuelle Studienlage zeigt, dass Schungit als natürliches Sorptionsmaterial unter geeigneten technischen Bedingungen eine relevante Reduktion bestimmter Schadstoffe erreichen kann. Eine standardisierte, zertifizierte oder behördlich geprüfte Trinkwasseraufbereitung für den privaten Haushalt ist jedoch nicht belegt.
Schungit kann daher als ergänzendes Naturmaterial betrachtet werden – nicht als Ersatz für normierte Wasserfiltertechnologie. Mehr Details zu Schungitwasser – siehe Menüpunkt oder klick auf Link.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Schungit als Trinkwasserfilter zugelassen?
Nein. Es existiert keine offizielle Zertifizierung als Trinkwasserfiltersystem.
Kann Schungit Kalk entfernen?
Eine signifikante Enthärtung oder dauerhafte Kalkentfernung ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen.
Ist Schungitwasser gesundheitlich wirksam?
Für medizinische oder therapeutische Wirkungen liegen keine klinischen Studien vor.
Wie lange sollte Schungit im Wasser liegen?
Traditionelle Empfehlungen liegen zwischen 8 und 48 Stunden. Wissenschaftlich normierte Richtwerte existieren nicht.
Ist Schungitwasser sicher?
Bei Verwendung von sauberem Ausgangswasser gilt es als unproblematisch. Es sollte jedoch nicht zur Aufbereitung mikrobiologisch belasteten Wassers verwendet werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der sachlichen Information und ersetzt keine wasserhygienische Beratung.
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